Hans Krankl
geboren am 14. Februar 1953 in Wien
- Tore 1977/78
- 41
- Torschützenkönig
- 4×
- Goldener Schuh
- 1978
- Bundesligatore (AT)
- 320
- Tore in Córdoba
- 2
41 Tore in einer Saison, aufgestellt 1977/78 im letzten Jahr vor Barcelona. Die Marke gilt bis heute als Rekord der österreichischen Bundesliga, und der Abstand nach unten ist beträchtlich: Toni Polster kam 1986/87 auf 39, Robert Dienst 1950/51 auf 37.
Vom KSV Straßenbahn zu Rapid
Krankl kam 1953 in Wien zur Welt und begann beim KSV Straßenbahn. 1970 holte ihn Rapid, 1972 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag: 1.000 Schilling im Monat. Eine Saison verbrachte er als Leihspieler beim Wiener AC, dann kehrte er zurück und blieb.
Mit 21 war er zum ersten Mal Torschützenkönig, 36 Treffer in der Saison 1973/74. Es folgten 32 Tore 1976/77 - und Rapid wurde in jenem Jahr trotzdem nur Zweiter hinter Innsbruck, das in 36 Spielen 22 Gegentore kassierte. Vorne allein reicht nicht.
Die Saison, die niemand überbot
1977/78 traf er 41-mal. Zum Vergleich, was danach kam: Toni Polster erreichte 1986/87 39 Tore, Gerhard Rodax 1989/90 35. Vor Krankl stand Robert Dienst 1950/51 bei 37. Die höchsten Werte der jüngeren Zeit stammen von Philipp Hosiner mit 32 Toren 2012/13 und Shon Weissman mit 30 im Jahr 2019/20 - erzielt in einer Liga, die inzwischen deutlich weniger Runden austrägt als zu Krankls Zeit, als 36 Spiele auf dem Programm standen.
| Tore | Spieler | Saison | Verein |
|---|---|---|---|
| 41 | Hans Krankl | 1977/78 | SK Rapid Wien |
| 39 | Toni Polster | 1986/87 | FK Austria Wien |
| 37 | Robert Dienst | 1950/51 | SK Rapid Wien |
| 36 | Hans Krankl | 1973/74 | SK Rapid Wien |
| 36 | Anton Schall | 1927/28 | SK Admira Wien |
| 35 | Gerhard Rodax | 1989/90 | FC Admira/Wacker |
In diese Zeit fällt auch das Spiel, das in Wien seither erzählt wird: sieben Tore in einer einzigen Partie, beim 11:1 gegen den GAK. Für den europäischen Torjägervergleich reichte 1977/78 der erste Platz - Krankl war der erste Österreicher, der den Goldenen Schuh gewann.
Zwei Tore in Córdoba
Am 21. Juni 1978 schlug Österreich in Córdoba den amtierenden Weltmeister Deutschland 3:2. Krankl erzielte zwei der drei Tore, darunter den Siegtreffer in der 88. Minute: vorbei am Verteidiger, um den Libero herum, an Sepp Maier vorbei. Beide Mannschaften waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschieden - was in Österreich bis heute niemanden stört.
Es blieben nicht seine einzigen Treffer bei diesem Turnier: Er traf auch gegen Spanien und gegen Schweden. Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien kam ein Tor gegen Algerien dazu. Österreich wurde 1978 Siebter und 1982 Achter.
Goleador
Nach der Weltmeisterschaft ging er zum FC Barcelona, und das Erstaunliche ist, dass es dort genauso weiterging. In seiner ersten Saison 1978/79 wurde er mit 29 Toren spanischer Torschützenkönig und gewann den Goldenen Schuh ein zweites Mal. Im selben Jahr holte Barcelona den Europapokal der Cupsieger - im Finale gegen Fortuna Düsseldorf traf Krankl in der 111. Minute zum 4:3 nach Verlängerung.
Sie nannten ihn dort Goleador, und der Name blieb an ihm hängen, als er längst zurück in Wien war. Auf der Seite des FC Barcelona wird er bis heute unter den Legenden des Vereins geführt.
Zurück nach Hütteldorf
1981 endete die Zeit in Barcelona. Der AC Milan wollte ihn, eine Einigung stand, doch Krankl entschied sich anders und ging zu Rapid zurück. Es folgten die Meistertitel 1982 und 1983 sowie 1982/83 sein vierter Titel als Torschützenkönig, diesmal mit 23 Toren. In der österreichischen Bundesliga kam er insgesamt auf 320 Tore in 427 Spielen - im Schnitt ein Treffer alle 118 Minuten.
Trainer, Sänger, Wachsfigur
Nach der Spielerlaufbahn wurde Krankl Trainer: bei Rapid, beim FC Tirol, bei Austria Salzburg, zuletzt 2009 beim LASK. Von 2002 bis 2005 führte er als Teamchef die Nationalmannschaft durch 37 Spiele; 41 Spieler debütierten unter ihm im Nationalteam. Nebenher nahm er unter dem Pseudonym Johann K. Platten auf - „Lonely Boy" erreichte 1986 Platz zwei der österreichischen Charts. Seit 2011 steht er als Wachsfigur in Wien.
Von ihm stammt einer der meistzitierten Sätze des österreichischen Fußballs: „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär."
Stationen und Zahlen
| Verein | Jahre | Spielklasse | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|---|
| SK Rapid Wien | 1970-1978 | Bundesliga (AT) | - | - |
| Wiener AC | 1971/72 | Leihe | - | - |
| FC Barcelona | 1978-1981 | Primera División | - | - |
| SK Rapid Wien | 1981-1986 | Bundesliga (AT) | - | - |
| Casino Salzburg | 1988/89 | Bundesliga (AT) | - | - |